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Das Schicksal ist ein mieser Verräter. Von John Green
Geschrieben von: Yvonne Freitag, den 01. März 2013 um 17:10 Uhr
Um es vorwegzunehmen: "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist ein Krebsbuch. Ich hätte gedacht, es würde mir schwerfallen, es zu lesen. Das war nicht der Fall und ich würde gerne versuchen zu erklären, warum man trotz des schwierigen Themas vor dem Roman keine Angst haben muss.
Zunächst einmal ist das Buch durchaus humorvoll. Die drei krebskranken Jugendlichen im Roman nehmen sich selbst nicht bierernst. Ja, sie sind sterbenskrank, ja, sie haben körperliche Makel und ja, sie verbringen große Teile ihrer Freizeit damit, über den Tod nachzudenken. Und trotzdem haben sie ein Leben, das wert ist, gelebt zu werden, so lange es eben dauert.
Die Ich-Erzählerin des Buches hat es dabei vermeintlich am schlimmsten getroffen. Ihre Lunge ist schwer geschädigt, sie läuft mit Sauerstoffflaschen und Beatmungsgeräten durch ihr Leben und jede Treppe macht ihr schwer zu schaffen. Und: sie wird nicht überleben. So viel ist klar.
Davon abgesehen ist Hazel hochbegabt, sie studiert bereits (von Zuhause aus), sagt eine Menge kluger Dinge und ist besessen von einem Roman, in dem es natürlich auch um Krebs geht. Dieses Buch im Buch endet mitten im Satz, vermutlich weil die Protagonistin stirbt, doch Hazel möchte unbedingt wissen, wie es danach mit dem Leben der Mutter und des Hamsters der Heldin weitergeht (weil sie sich bei ihrer Mutter auch fragt, was nach ihrem Tod aus dieser wird). Aus diesem Grund versucht sie Kontakt zu dem Schriftsteller aufzunehmen, der in Amsterdam lebt, doch er beantwortet keinen von Hazels Briefen.
Dann trifft sie auf Augustus, kurz Gus, in ihrer Selbsthilfegruppe und verliebt sich sofort in ihn. Gus hat einen genialen Humor, sieht Hazel auf diese besondere Art an und lässt alle Welt vergessen, dass er durch den Krebs ein Bein verloren hat. Er ist wie ein Filmstar, der nie entdeckt wurde und macht mit dieser Art nicht nur Hazels Leben lebenswerter, sondern auch das von Issac, der durch den Krebs blind geworden ist.
Nachdem Gus Hazels Lieblingsbuch gelesen hat, hat er nichts eiligeres zu tun als den Autor ausfindig zu machen und das Ende des Buches zu erfahren. Und er ist nicht der Typ, der ein Nein akzeptiert ...
Wenn man sich erst mal damit abgefunden hat, dass in dem Buch todkranke Teenager die Hauptrolle spielen, entwickelt es durchaus eine Sogwirkung. Es ist nicht schwierig zu lesen und man will wissen, wie es weitergeht, auch wenn klar ist, dass es kein gutes Ende nehmen kann.
Der Roman verschont einen mit Weisheiten über das Leben, das im Angesicht des Todes lebenswerter erscheint, stattdessen machen sich Hazel und Gus über diese Weisheiten immer lustig. Nur eine Ausnahme gibt es: Hazel stellt einmal fest, dass ihrer beider Liebe niemals so groß gewesen wäre, wenn nicht beide sterbenskrank gewesen wären. Sicherlich hätten sie sich mit der Zeit gegenseitig gelangweilt und Fehler am anderen entdeckt. Aber Gus und Hazel hatten eben nur eine Chance auf die Liebe und die haben sie genutzt.
Ein wirklich tolles und empfehlenswertes Buch! Nicht, weil man daraus etwas über das Leben lernt, sondern weil es einfach sehr gut geschrieben ist.
Flügel aus Stahl (Oscar 1929)
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 01. März 2013 um 17:10 Uhr Geschrieben von: Yvonne Freitag, den 01. März 2013 um 16:25 Uhr
Anlässlich der 85. Oscar-Verleihung in diesem Jahr zeigt das Deutsche Filmmuseum Frankfurt eine spannende Ausstellung. Diese brachte mich auf die Idee, mir sämtliche Gewinner in der Kategorie "Bester Film" nacheinander anzusehen und sie auf meinem Blog zu rezensieren. Heute beginne ich mit dem ersten Film.
"Flügel aus Stahl"/"Wings" gewann bei der ersten Verleihung der Oscars (die damals noch Academy Awards of Merit hießen) die Trophäe als bester Film."Wings" wurde in die DVD-Sammlung "Vergessene Kriegsfilme" aufgenommen und ist daher auch mit deutschen Untertiteln zu haben. Der Ton ist dabei egal, denn den gibt es nicht: "Flügel aus Stahl" ist - abgesehen von The Artist (2012) - der einzige Stummfilm, der in dieser Kategorie gewonnen hat (da im selben Jahr der Tonfilm erfunden wurde).
Inhalt: Im ersten Weltkrieg melden sich Jack Powell und David Armstrong 1917 bei der Air Force an. Zwei Damen sind darüber sehr unglücklich, nämlich Sylvia Lewis und Mary Preston. Mary ist Jacks Nachbarin und in ihn verliebt, doch er hat nur Augen für Sylvia, die mit David liiert ist. Durch ein Missverständnis glaubt Jack aber, dass Sylvia seine Gefühle erwidert.
Zu Anfang können sich Jack und David nicht leiden, nach einer anständigen Rauferei werden sie aber Freunde. David verrät während der gesamten Zeit seinem Freund nicht, dass Sylvia ihn liebt, was die Sache etwas leichter macht. Mary hat sich derweil ebenfalls für den Kriegsdienst gemeldet und scheint immer nur Medikamente o. ä. herumzufahren. In Paris trifft sie auf einen völlig betrunkenen Jack, der gerade mit einer anderen Dame aufs Zimmer verschwinden will und spannt ihn ihr aus. Dabei wird sie allerdings von ihren Vorgesetzten erwischt und unehrenhaft aus dem Kriegsdienst entlassen.
(Bitte nicht weiterlesen, wenn man das Ende nicht wissen will.)
Als es im Kampf richtig zur Sache geht, wird David abgeschossen, kann aber den Deutschen entkommen, indem er sich totstellt und eins ihrer Flugzeuge stehlen. Darin wird er ausgerechnet von Jack abgeschossen, der ihn für den Feind hält. In Davids Unterlagen findet er Sylvias Brief, in dem sie gesteht, dass sie nur David liebt. Jack kehrt zurück nach Hause, leistet Abbitte bei den Eltern von David, die ihm vergeben und er und Mary finden doch noch zusammen.
Für die Fliegerszenen gewann "Flügel aus Stahl" einen weiteren Oscar (für Special Effects). Sie wurden mit Unterstützung der Armee täuschend echt. Vieles wirkt aus heutiger Sicht ein wenig komisch, wie die Seifenblasen, die Jack immerfort sieht, als er blau ist und das merkwürdige Auto, das er fährt. Trotzdem lenkt dies nicht von den ernsten Szenen ab. Als Stück Filmgeschichte ist "Wings" durchaus sehenswert.
Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer. Von Michael Ende
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 01. März 2013 um 16:25 Uhr Geschrieben von: Yvonne Donnerstag, den 21. Februar 2013 um 11:55 Uhr
Im Rahmen meiner Serie über Michael Ende möchte ich Euch heute seinen ersten großen Erfolg, nämlich "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" vorstellen. Wer das Buch oder die Hörbücher nicht kennt, hat bestimmt die Verfilmung der Augsburger Puppenkiste gesehen.
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Auch ich kenne Jim Knopf, Lukas, die Lokomotive Emma, Frau Waas mit dem Kaufladen, Herrn Ärmel (der hauptsächlich Untertan ist und regiert wird) sowie natürlich König Alfons den Viertel-vor-Zwölften (weil er um Viertel vor zwölf geboren worden war) aus meiner Kindheit. So hat mich nicht überrascht, dass ich beim Lesen ständig die Erzählerstimme und -betonung von meiner Hörspielkassette im Ohr hatte. Was wir als Kinder lesen und hören, prägt uns wie fast nichts anderes im Leben. Doch auch als Erwachsener ist die Geschichte um die liebenswerten Charaktere auf der Insel Lummerland sehr lesenswert.
Wir erinnern uns: Die Geschichte beginnt damit, dass ein kleiner schwarzer Junge in einem Paket auf Lummerland ankommt, das an eine gewisse Frau Mahlzahn gerichtet ist, die dort natürlich nicht wohnt. Sehr rasch wird Jim von allen Bewohnern ins Herz geschlossen und später, weil er ständig ein Loch in der Hose hat, das mit einem Knopf geschlossen wird, eben Jim Knopf genannt. Doch als Jim älter wird, macht sich König Alfons Sorgen um die Überbevölkerung der Insel, wenn Jim Knopf eines Tages erwachsen ist. So beschließt er, dass Emma abgeschafft werden müsse, was Lukas natürlich gar nicht gut findet, da Emma zum einen eine sehr menschliche Lokomotive mit echten Gefühlen ist und er zum anderen ja dann ein arbeitsloser Lokomotivführer wäre. So beschließt er, gemeinsam mit seiner Emma ein neues Zuhause zu suchen, was wiederum Jim gar nicht gefällt. Am Ende brechen alle 3 auf zu einem großen Abenteuer. Dieses führt sie zunächst nach Mandala (nicht China!), dann auf der Suche nach der geraubten Prinzessin Li Si in die Wüste (wo ihnen der Scheinriese Herr Tur Tur begegnet), von dort in die Drachenstadt Kummerland zu Frau Mahlzahn und zurück nach Mandala. Der Band endet damit, dass Lukas und Jim nach den Anweisungen von Frau Mahlzahn, die sich nun zu einem goldenen Drachen der Weisheit wandelt, die kleine Insel Neu-Lummerland einfangen und an Lummerland andocken, sodass das Überbevölkerungsproblem gelöst ist.
Im Gegensatz zu anderen Büchern von Michael Ende orientiert sich das Buch sehr an der Erfahrungswelt von Kindern. Der König ist immer müde vom vielen Regieren und telefoniert den ganzen Tag, Lukas hat immer auf alles eine Antwort, Frau Waas ist eine typische besorgte Mutter und Herr Ärmel ist eben da. Die Emma ist nicht einfach nur eine Lokomotive, sondern kann sich fürchten, verlegen sein und pfeift, wenn sie gut gelaunt ist. Und doch befasst sich das Buch mit ernsten Fragestellungen und Problemen, die auch für Erwachsene interessant sind. So fühlt sich Jim beispielsweise Prinzessin Li Si unterlegen, die viel klüger ist als er und viel mehr weiß, Herr Tur Tur hat ein abschreckendes Äußeres, ist aber aus der Nähe besonders freundlich und liebenswert und selbst ein grausamer Drache hat einen guten Kern.
Sehr positiv überrascht war ich zudem von der Verfilmung der Augsburger Puppenkiste, die ich seit meiner Kindheit nicht gesehen hatte. Viele Dinge, die man als Kind mochte, erscheinen einem nicht "erwachsenengerecht", aber mit der Marionetten-Version von Jim Knopf ist das anders. Viele Szenen sieht man heute mit ganz anderen Augen und versteht, warum Michael Ende mit dieser filmischen Umsetzung seines Werkes durchaus sehr zufrieden war.
Mein literarisches Vorbild: Michael Ende (1)
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 21. Februar 2013 um 11:55 Uhr Geschrieben von: Yvonne Montag, den 28. Januar 2013 um 17:29 Uhr
Am Donnerstag beginnt die Testleserunde zu Altraterra 2, daher werde ich über meinen weiteren Schreibprozess nicht mehr berichten. Wer neugierig ist, kann die Diskussion hier verfolgen.
Wie früher schon mal erwähnt, lese ich im Moment zur Inspiration vieles von und über Michael Ende und daher möchte ich hier auf meinem Blog nun einiges über ihn schreiben. Wie sehr er mich tatsächlich beeinflusst hat, werden meine Leser wohl erst am Ende von Altraterra 3 wissen.
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Das oben genannte Buch verrät viel über den Schöpfer von Welten wie Phantásien. Eigentlich besteht das Buch aus 2 Büchern, nämlich aus "Die Faszination des Anderen. Eine Werkbetrachtung" von Thomas Kraft sowie "Die Suche nach dem Zauberwort. Das Leben von Michael Ende" von Roman Hocke.
Im ersten Band geht es um Themen und Ideale, die in Michael Endes Werk eine wichtige Rolle spielen. Apropos Spielen, denn das Spielen ist so ein Thema. Für ihn war jedes Buch wie ein Spielangebot, auf das sich der Leser einlassen kann oder nicht. Er selbst mochte keine Brettspiele, denn diese waren ja endlich. Viel interessanter fand er Spiele, die einen gewissen Regelrahmen haben und dann bis ins Unendliche fortgesetzt werden konnten - wie in der "Unendlichen Geschichte", worin die Kapitel häufig mit den Worten "Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden" enden. In seinem Nachlass wurden auch viele Fantasy-Computerspiele gefunden, genau wie Bücher über Okkultismus und andere Quellen der Inspiration, die man bei ihm nicht vermutet hätte.
Er war stark beeinflusst vom künstlerischen Werk seines Vaters, des surrealistischen Malers Edgar Ende. Manchmal schrieb er Geschichten zu dessen Bildern. Ihn faszinierten Raum und Zeit und alles, was anders war als erwartet.
Unter dem Label des reinen Kinderbuchautors litt er sehr. Er war der Ansicht, dass Fantasie keineswegs nur etwas für Kinder ist, sondern dass jeder, der sich für eine Weile in die Welt der Fantasie begibt, mit diesem Wissen in der Realität Dinge verändern kann, was auch das Hauptthema der Unendlichen Geschichte ist.
Im biografischen Teil des Buches erfährt man, dass Michael Ende (geboren 1929) zu Beginn als Schauspieler gearbeitet und immer wieder auch Bühnenstücke geschrieben hat. Er lernte Gitarre, um seine Gedichte zu vertonen und arbeitete sehr produktiv mit einigen Musikern zusammen.
Weniger erfolgreich war seine Zusammenarbeit mit dem Film. Ein Drehbuch, das er nur unter Protest für die Verfilmung der "Unendlichen Geschichte" mit ausgearbeitet hatte, wurde ohne sein Wissen gegen ein anderes ausgetauscht. Die Verfilmung fand er kitschig und enttäuschend, klagte sogar dagegen, verlor aber vor Gericht. (Ich persönlich mag den ersten Film, allerdings hat er mit dem Buch nicht viel zu tun.)
In seinen späteren Lebensjahren hatte er keine einfache Zeit. Seine langjährige Partnerin, die Schauspielerin Ingeborg Hoffmann, starb und er verließ ihr gemeinsames Haus in Italien, weil er dort allein nicht mehr leben wollte. Etwa zur gleichen Zeit stellte sich heraus, dass er von seinem Steuerberater um viel Geld betrogen worden war. In seinen letzten Lebensjahren wandte er sich Japan zu und heiratete eine japanische Übersetzerin einiger seiner Werke. Er starb 1995 an Krebs.
Schreibmarathon Altraterra 2 (9)
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 28. Januar 2013 um 17:56 Uhr Geschrieben von: Yvonne Donnerstag, den 24. Januar 2013 um 16:40 Uhr
Ich war ja schon ein wenig in Sorge, was mit dem Cover von Altraterra 2 wird, weil sich meine Designerin von Band 1 noch nicht zurückgemeldet hatte. Aber gestern stellte sich heraus, dass sie meine Mail noch nicht gesehen hatte. Sie hat mir zugesagt, auch die Illustration von Band 2 zu übernehmen. Die Fans des Covers von Band 1 können sich also freuen: Die beiden Bücher werden auch äußerlich schön zusammenpassen.
Heute habe ich also Christine meine Wünsche für die Optik geschickt. Der Hintergrund wird diesmal rot und vorne auf dem Cover sollen unter anderem Anne mit dem Medaillon, Jamiro und der Schwan zu sehen sein. Es wird wohl noch ein paar Tage oder Wochen dauern, bis ich den ersten Entwurf habe. Aber dann werde ich ihn hier natürlich vorstellen.
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