Serie: Autoren, die ich kenne

Kathrinchen Zimtstern. Von Bastian Backstein

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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 16. Januar 2013 um 16:28 Uhr Geschrieben von: Yvonne Dienstag, den 18. Dezember 2012 um 20:10 Uhr



Weiter geht's mit einem dritten Weihnachtsbuch - und mit meiner Serie "Bücher von Autoren, die ich kenne". Die Geschichte "vom Manuskript zum Buch" habe ich bei "Kathrinchen Zimtstern" beinahe von Anfang an mitbekommen. Denn als ich Bastian Backstein (eigentlich heißt er ein bisschen anders) via Twitter und Literaturzirkel kennengelernt habe, wusste er noch nicht, wie seine Geschichte zu einem Verlag kommen würde.

Zunächst las er seine Adventsgeschichte über ein verschwundenes Deko-Engelchen in Schulen und Kindergärten vor. Bald fanden sich dann in seiner Heimat, dem Erzgebirge, wo auch die Geschichte spielt, Kunsthandwerk-Betriebe, die die Figuren aus seinem Buch tatsächlich zum Leben erweckten.

Wenn Bastian Backstein nicht gerade schreibt, arbeitet er in einer PR-Agentur, befasst sich mit spanischer Kultur und liest Bücher für den Literaturzirkel.

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"Kathrinchen Zimtstern" ist die Geschichte von einem Weihnachtsengelchen im Haus eines Archäologie-Professors mit Namen Schlumann (woran erinnert das nur?). Nur, dass Kathrinchen am 1. Dezember, als die Weihnachtsdeko-Figuren auf dem Dachboden des kleinen Hauses zusammengetrommelt werden, gar nicht da ist. Sie ist nämlich als Maskottchen des Professors mit zu seiner Forschungsreise aufgebrochen, um den Schatz der Aztek... äh, Atziputzi zu finden. Und dabei hat er Kathrinchen irgendwo in Afrika verloren und ist allein nach Hause zurückgekehrt.

Kathrinchens Freunde, ein Pflaumentoffel (in Hessen als Quetschemännchen bekannt), einige Nussknacker-Soldaten, Räuchermännchen und musikalischen Engelchen, sind natürlich besorgt und beschließen, dass eine Abordnung von ihnen aufbrechen und Kathrinchen retten muss. Am Ende machen sich ausgerechnet ein alter und schon etwas kränklicher Räuchermann namens Arthur Grimmbart und ein sehr zartbesaiteter Nussknacker namens Johann Knatterburg auf die gefährliche Reise.

Sowohl Kathrinchen als auch unsere zwei Helden erleben unterwegs einige Abenteuer, wozu beispielsweise die Begegnung mit einem Weihnachtself und zwei fiesen Ganoven, eine Wüstendurchquerung und ein Kampf mit bösen Stimmen gehören.

Das liebevoll illustrierte Buch mit 24 Kapiteln kann sicherlich jedem Kind zwischen 5 und 10 Jahren das Warten auf Weihnachten versüßen. Doch auch Erwachsene dürften sich beim Vor- oder Mitlesen über die spannenden Abenteuer in den verschiedenen Regionen der Welt freuen und über manche Anspielung schmunzeln, die die Kinder noch nicht verstehen. Besonders die Charaktere wachsen dem Leser ans Herz, denn jede Figur hat ihre Eigenheiten.

Ich selbst habe das Buch bereits zweimal gelesen und auch beim zweiten Mal noch Neues entdeckt. Daher kann ich es nur jedem ans Herz legen, der sich noch rasch in Weihnachtsstimmung bringen möchte.
 

Fischmarie. Von Peter Koebel

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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 17. Dezember 2012 um 16:13 Uhr Geschrieben von: Yvonne Mittwoch, den 21. November 2012 um 17:37 Uhr



Meine Serie "Autoren, die ich kenne" ist etwas eingeschlafen, doch da ich gerade in den letzten Monaten viele interessante Schriftsteller kennengelernt habe, möchte ich sie nun wiederbeleben.

Peter Koebel ist ein waschechter Frankfurter, somit war es nur konsequent, dass er auch seinen Verlag Michason & May in der Mainmetropole ansiedelte. Kennengelernt haben wir uns irgendwo zwischen Leander Wattigs Publishing-Stammtisch, Facebook und der Frankfurter Buchmesse 2012.

Im Rahmen von Open Books hat Peter Koebel hier seinen druckfrischen Roman "Fischmarie" vorgestellt. 2010 hat er bereits ein anderes Buch veröffentlicht, "Die. Gier", das ich in Kürze ebenfalls lesen möchte.

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"Die Fischmarie" ist ein kurzweiliger Roman irgendwo zwischen Thriller und Generation Golf. Marie, die Ich-Erzählerin, erhielt bereits in der Schule ihren Spitznamen "Fischmarie", da ihre Eltern ein Fischgeschäft besaßen. Maries Leben lief nicht ganz wie geplant: Aufgrund eines tragischen Unglücks musste sie die Schule hinwerfen und den Familienbetrieb mitführen. Und hin waren ihre Zukunftspläne.

Auch die erwachsene Marie scheint Schlamassel magisch anzuziehen, denn in diesem Roman sitzt sie in einem Polizeiverhör und wird beschuldigt, den Verleger Konstantin Krieg auf der Frankfurter Buchmesse ermordet zu haben, weil sie unglücklicherweise die Erste am Tatort war. Nun fragt sie ein Komissar Schneider über ihre Verbindung zu diesem Herrn Krieg aus und sie beglückt ihn dafür mit ihren Lebensweisheiten. Denn die Fischmarie ist reichlich nervös, da sie zwar diesen Mord nicht begangen hat, aber in anderer Hinsicht nicht gerade unschuldig ist ...

Das Sympathische an der Hauptfigur ist, dass sie zum Philosophieren neigt, über die Welt, die Werbung, Männer und Frauen und vor allem die Buchbranche, auch wenn sie gar nicht vom Fach ist. Als Leser ist man immer hin- und hergerissen zwischen Lachen und dem Gedanken: Wo sie recht hat, hat sie recht.

Dasselbe sagt übrigens die Fischmarie über Poupette, die Großmutter von Vic aus La Boum 2. Vic möchte von Poupette in einer Filmszene wissen, wie man sich beim Rendezvous mit einem Mann verhält bzw. worüber man redet. Und Poupette rät: "Wenn er klug ist, hörst du einfach zu, denn dann verstehst du sowieso kein Wort. Und wenn er dumm ist, hörst du einfach weg, denn die Dummen reden noch mehr." Die Fischmarie kommt übrigens auf die Szene, weil sie dem Komissar versucht zu erklären, warum sie auf der Buchparty von Konstantin Krieg den Partygästen nicht zugehört habe. Schneider seinerseits hat es nicht so mit Filmzitaten und ist reichlich genervt, während vor allem weibliche Leser sich schwer amüsieren.

Wie es am Ende ausgeht, möchte ich nicht verraten, dafür aber eine dicke Leseempfehlung aussprechen. Es sei nur noch erwähnt, dass der Roman nicht nur in der Buchbranche spielt, sondern die Fischmarie sich auch gleich zu Beginn fragt, was eigentlich in ein gutes Manuskript gehört und wie viel so eine Hauptfigur oder Autorin eigentlich von sich preisgeben darf. Ganz ähnlich wie in einem Verhör eben.
 

Tor zum Schattenland. Von Miriam Broicher

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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 23. April 2011 um 13:24 Uhr Geschrieben von: Yvonne Donnerstag, den 21. April 2011 um 22:08 Uhr



Heute beginne ich mit einer neuen Serie. In den nächsten Wochen möchte ich Euch Autoren vorstellen, die ich persönlich oder über das Internet kennengelernt habe. Dazu werde ich jeweils ein paar Worte über den Autor/die Autorin sagen, erklären wo ich diese/n getroffen habe und anschließend ein Buch von ihm/ihr rezensieren.

Starten möchte ich mit Miriam Broicher. Vielleicht kennt Ihr sie schon von ihrem TV-Auftritt bei Stefan Raab oder habt in der Zeitung über sie gelesen, vor allem, wenn Ihr aus dem Kölner Raum kommt. Miriam ist gerade mal 20 Jahre alt und hat schon drei Bücher veröffentlicht, ein viertes geschrieben und arbeitet aktuell an ihrem fünften.

Sie schreibt Fantasy und liebt es, ihre Leser in Welten voller Elfen, Einhörner und eigens kreierter Gestalten zu entführen. Ansonsten ist sie aber eine ganz Bodenständige, die gerne Tennis spielt und gerade mit dem Studium begonnen hat.

Kennengelernt habe ich Miriam über LovelyBooks, wo sie Kontakt zu ihren Lesern hält. In einer Buchfrage philosophierten wir beide über geheimnisvolle Bösewichte in Kapuzenumhängen, wie man sie etwa als Ringgeister aus dem "Herrn der Ringe" oder als Dementoren aus "Harry Potter" kennt. Und auch in unseren Büchern spielen diese Kapuzenwesen eine Rolle.

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Heute habe ich nun Miriam Broichers dritten Roman "Tor zum Schattenland" ausgelesen. Darin beschreibt die junge Autorin die Geschichte von Lea-Marie, die in das ferne Land Arkanus reisen, den Krieg in dieser Welt beenden und ihre entführte Familie retten muss. Ganz schön viele und schwierige Aufgaben für ein Mädchen im Teenageralter und ein ums andere Mal fühlt sich Lea überfordert und blickt fassungslos auf all das, was ihr passiert.

In Arkanus trifft Lea alle möglichen Fabelwesen wie Feen und Faune, aber auch bösartige Kquars und Krolls, Dämonen und schließlich den Herrn der Finsternis. Mit einer Schar von Rittern an ihrer Seite und auf ihrem treuen Einhorn Silenda reist sie ins Schattenland, um dort eine Prophezeiung zu erfüllen.

Miriam Broicher gelingt es, ihrer Welt Leben einzuhauchen und die verschiedenen Figuren liebevoll zu schildern. Zwischendurch kann die Vielzahl an fantastischen Wesen dem Leser etwas zu viel werden, aber zumindest kommt so keine Langeweile auf. Eine Reihe von menschenähnlichen Figuren, wie der Schwertmeister Calacrius, treten besonders hervor und wachsen dem Leser ans Herz.

Parallel zur Handlung in der Welt Arkanus werden die Aktivitäten der Freundinnen von Lea, die hektisch nach der Verschwundenen suchen, in der echten Welt beschrieben, diese Perspektivwechsel sind der Autorin sehr gut gelungen.

Einige Situationen werden ein wenig zu kurz abgehandelt und wichtige Figuren treten teilweise erst sehr spät auf den Plan. Am Ende wird der Leser aber mit einer Vielzahl spannender Ereignisse und einer Liebesgeschichte wieder versöhnt.


Fazit: Obwohl ich persönlich kein großer Fan von Einhörnern und Feen bin, ist es Miriam Broicher gelungen, meine Aufmerksamkeit bis zum Schluss zu erhalten. Ihr Schreibstil ist sicher, ihre Ideen sind fantasievoll und ich bin mir sicher, dass es noch viel Interessantes von ihr zu lesen geben wird.