Serie: Historische Romane

Die Teerose. Von Jennifer Donnelly

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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 31. Mai 2011 um 15:17 Uhr Geschrieben von: Yvonne Dienstag, den 03. Mai 2011 um 23:24 Uhr



Hier kommen wir nun zum fünften und vorletzten Teil meiner Serie "Historische Romane".

"Die Teerose" spielt am Ende des 19. Jahrhunderts zunächst in London, später in New York. Es ist die Zeit der ersten Gewerkschaftskämpfe - und die von Jack the Ripper.

Hauptfigur ist die junge Fiona Finnegan, eine Teepackerin. Sie und ihre Familie leben im ärmsten Viertel von London. Alle Familienmitglieder arbeiten, dennoch reicht das Geld gerade so zum Leben. Medikamente kaufen ist schon schwierig.

Doch Fiona ist glücklich. Sie und ihr Freund Joe träumen davon, eines Tages gemeinsam einen Laden zu eröffnen. Beide legen jeden Cent beiseite.

Dann ändert sich von einem Tag auf den anderen alles: Fiona verliert ihre Familie und auch Joe. Nun muss sie sich ein neues Leben aufbauen und kann sich dabei nur auf ihre eigene Stärke verlassen ...


"Die Teerose" hat mich tief beeindruckt. Zum einen ist die Zeit, in der das Buch spielt, unglaublich interessant. Zum anderen sind die Figuren, vor allem Fiona, sehr liebevoll und detailliert gezeichnet.

Das Interessanteste aber ist, dass die Handlung immer wieder Wendungen nimmt, die man nicht erwartet hätte. Bis zum letzten Kapitel bleibt dieses Geheimnisvolle erhalten.


Das Buch wurde mir auf Lovelybooks empfohlen und ich bin sehr froh, dass ich losgezogen bin und es gekauft habe. Es gibt eine Fortsetzung namens "Die Winterrose", in der es jedoch um eine andere Hauptperson geht. Eine Figur darin ist aber auch schon in der Teerose vorgekommen.

Ich werde "Die Winterrose" auf jeden Fall lesen.
 

Der Wanderchirurg. Von Wolf Serno

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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 19. April 2011 um 15:11 Uhr Geschrieben von: Yvonne Donnerstag, den 07. April 2011 um 19:25 Uhr



Nach einer langen Pause mit vielen anderen Beiträgen geht es nun endlich weiter mit meiner Serie "Historische Romane". Diesmal stelle ich ein Hörbuch vor, das aber eine ungekürzte Lesung auf 5 CDs des gleichnamigen Buches bietet.

Zunächst einmal unterscheidet sich diese Rezension von den vorherigen dieser Serie dadurch, dass ich Buch wie Autor bislang nicht kannte. Während "Die Säulen der Erde" und "Pompeji" schon vor Jahren mein Herz gewonnen haben und Sabine Ebert mich bereits mit ihren ersten drei Teilen der Hebammen-Quintologie begeistert hat, bin ich hinsichtlich Wolf Serno ein unbeschriebenes Blatt. Liest man sich die Rezensionen auf amazon.de durch, so fällt auf, dass die Meinungen enorm weit auseinandergehen und zwischen einem und fünf Sternen alles dabei ist. Ich selbst schwanke zwischen 3 und 4 Sternen.

Zunächst zum Inhalt: Am Sterbebett seines Abtes erfährt der junge, heilkundige Mönch Vitus, wie er ins Kloster gelangt ist: Er wurde nicht von seinen Eltern abgegeben, sondern von dem Abt gefunden. Der einzige Hinweis auf seine Herkunft ist ein rotes Damasttuch, das ihm als Windel diente und das bei näherer Betrachtung ein Familienwappen enthält. Nun gab es zu Zeiten des Wanderchirurgen, anno 1575, noch kein Internet, sodass Vitus keinerlei Ahnung hat, wie und wo die Inhaber dieses Wappens zu finden sein könnten. Der kluge Abt vermutet, dass Vitus in England fündig wird.

So macht er sich auf den Weg dorthin, um seine Familie zu finden. Auf seiner Reise wird er nun zum Wanderchirurgen, indem er sein Wissen um die Heilkunst, das er im Kloster erworben hat, einsetzt. Er trifft einen merkwürdigen Zwerg, wird kurz von der Inquisition eingebuchtet, reist mit Gauklern, landet auf einem Sklavenschiff und trifft dann schließlich in England ein.

Was dem Wanderchirurgen unterwegs widerfährt, ist teilweise schon unglaubwürdig, wie die amazon-Leser zurecht bemerken. Andererseits handelt es sich um einen Roman, das ist nun mal ein fiktives Werk und die Odyssee ist auch nicht gerade glaubwürdig. Zwar ist diese kein historischer Roman, wird man einwenden, aber die historischen Tatsachen wurden ja auch nicht verfälscht. Was mich persönlich mehr gestört hat, ist die Tatsache, dass Vitus zeitweilig zu vergessen scheint, wohin er eigentlich will und sich gemütlich in seinem jeweiligen Dasein einrichtet.

Aus diesem Grund hatte ich beim Hören vermutet, dass es sich um eine gekürzte Fassung handelt und die entsprechenden Passagen entfallen sind. Es ist mir immer noch nicht klar, wie man 800 Seiten in 6,5 Stunden vorlesen kann, aber laut Angabe ist das Hörbuch tatsächlich nicht gekürzt. Den Sprecher kann man indes nur lobend erwähnen, Dietmar Mues verleiht jeder Person eine eigene Stimme.

Fazit: Wer gerne historische Romane liest, detailreiche Beschreibungen von Folterinstrumenten und medizinischen Gegebenheiten mag und sich auf eine Geschichte auch einlassen kann, wenn sie für den Protagonisten sehr günstig verläuft, ist hiermit gut beraten. Ich selbst bin noch unentschlossen, ob ich die Fortsetzungen lesen möchte.

Hier gibt es die ersten drei Rezensionen der Serie.
 

Der Fluch der Hebamme. Von Sabine Ebert

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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 08. April 2011 um 02:31 Uhr Geschrieben von: Yvonne Dienstag, den 08. Februar 2011 um 21:20 Uhr



Willkommen in der Zeit von Barbarossa, den Kreuzzügen - und den ersten Jahren der Stadt Freiberg in Sachsen! Freibergs Geschichte ist es in erster Linie, die Sabine Ebert in ihrer farbenprächtigen Roman-Quintologie erzählt. "Der Fluch der Hebamme" ist der vierte Teil, in diesem Jahr erscheint der fünfte und letzte Band.

Die Heilkundige Marthe ist die Hauptfigur der fünfteiligen Serie. Im ersten Band schloss sie sich aus Furcht vor einem Missgeschick bei der Geburt eines Kindes, das sie als Hebamme auf die Welt holte, einem Siedlerzug an. Später heiratete sie den Ritter Christian, nach dessen Tod seinen ehemaligen Knappen Lukas und wurde in den Stand einer Edelfreien erhoben.

Inzwischen sind Marthes und Christians Kinder erwachsen und haben ihre eigenen Probleme. Thomas dient als Knappe auf dem Burgberg von Meißen, wo es hoch hergeht, seine Schwester Clara soll heiraten. Das wäre alles kein Drama, würde nicht die Mark von einem Schatten überzogen: Albrecht. Der grausame und durchtriebene Sohn des früheren Markgrafen Otto droht, die Regentschaft zu übernehmen. Marthes Getreue, die mit Albrecht noch eine Rechnung offen haben, befürchten das Schlimmste. Retten kann sie nur Albrechts Bruder Dietrich, doch der ist gerade zu einem Kreuzzug ins Heilige Land aufgebrochen und weit fort ...

Das Faszinierendste am Hebamme-Zirkel ist, dass die Autorin es immer wieder schafft, ihre Figuren in hoffnungslose Situationen zu manövrieren und dennoch einen realistischen Ausgang zu ermöglichen. Die Storyführung bedient sich einiger Elemente des Kriminalromans, in "Der Fluch der Hebamme" ist beispielsweise ein Doppelagent im Einsatz.

"Der Fluch der Hebamme" ist der erste und einzige Teil mit einem offenen Ende.
   

Pompeji. Von Robert Harris

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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 08. April 2011 um 02:33 Uhr Geschrieben von: Yvonne Sonntag, den 16. Januar 2011 um 19:00 Uhr



Wer trotz der beinahe frühlingshaften Temperaturen noch friert, kann sich am Feuer dieses historischen Thrillers buchstäblich erwärmen. Denn es geht um das heiße Magma, das den Untergang von Pompeji bedeutete.

Hauptfigur in Robert Harris' Roman ist der Wasserbaumeister Marcus Attilius, verantwortlich für die Aqua Augusta, eine der größten römischen Aquädukte. Er wird nach Pompeji gerufen, weil gerade hier das Wasser noch sprudelt, während es überall sonst versiegt ist. Attilius hat noch mehr Probleme als nur die Aqua Augusta: Sein Vorgänger im Amt ist spurlos verschwunden und dessen früherer Assistent ist nicht gerade ein Fan von Attilius. Zum Glück steht ihm die schöne Corelia zur Seite, als er schließlich den Vesuv besteigt, um herauszufinden, was dort geschieht ...

Besonders als Hörbuch hat dieser spannungsgeladene Thriller mit einem beinahe modernen Arbeitnehmer-Konflikt im alten Rom Suchtcharakter. Bekannte Schauspieler sprechen die verschiedenen Rollen und wissenschaftliche Erklärungen von Vulkanausbrüchen am Anfang jeden Kapitels verleihen dem Ganzen etwas Surreales.
 

Die Säulen der Erde. Von Ken Follett

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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 08. April 2011 um 02:34 Uhr Geschrieben von: Yvonne Dienstag, den 28. Dezember 2010 um 23:16 Uhr



Wie versprochen möchte ich Euch in den nächsten Wochen einige historische Romane vorstellen. Los geht es mit Ken Folletts Epos "Die Säulen der Erde".

Dieses steht nicht nur ganz oben in der Liste der "Lieblingsbücher der Deutschen", sondern hat sich in diesem Winter zusätzlich mit dem gleichnamigen Fernseh-Vierteiler neue Freunde gemacht. Auch im Gesellschaftsspiel "Die Säulen der Erde" kann man einen Ausflug in die Welt des Mittelalters unternehmen.

Zur Geschichte: In Kingsbridge soll eine Kathedrale gebaut werden. Das ist eigentlich schon die gesamte Handlung in einem Satz. Doch was steht eigentlich hinter dem Bau einer solchen Kirche? Welche Menschen wirken daran mit? Mit welchen Techniken wird experimentiert? Welche politischen Kämpfe werden ausgetragen? Wer ist gegen den Kathedralen-Bau und warum? Woher stammen die Materialien und das Geld? Welche individuellen Schicksale verbinden sich damit?

Vor dem Hintergrund dieser Fragen entfaltet der walisische Schriftsteller Ken Follett die ganze Pracht und auch die Schattenseiten des Mittelalters. Seine Helden sind Philipp, der Prior von Kingsbridge, Aliena, die Tochter eines gefallenen Grafen, Tom der Baumeister und seine Familie, Jack der Bildhauer und ein paar zwielichtige Blaublüter und Kirchengestalten. Werden am Ende die Guten siegen und die Säulen der Erde stehen? Trotz des Erbfolgekrieges, der stets wieder einen anderen König an die Macht bringt und damit auch die Bedingungen für den Bau der Kathedrale ändert?

Wer starke Charaktere liebt, sich eventuell für Architektur interessiert und wer lernen möchte, wie Politik und Wirtschaft schon im Mittelalter funktioniert, wird Buch, Spiel oder DVD ebenso lieben wie ich.